Mein Weg der Erkenntnis

Im meinem Lehrerstudi­um ging es um die Frage, was Wis­sen sei, und wie man es ver­mit­telt. Philoso­phie und Päd­a­gogik waren neue Konzepte, die schein­bar so anders waren als die bis dahin geliebten Natur­wis­senschaften und Math­e­matik. Pro­gram­mieren spielte hier schon eine Rolle. Ich kam in Kon­takt mit Sprachen wie Smalltalk und Lisp. Chemie war geheimnisvoll, und doch faszinierend.

Es fol­gte ein Studi­um der Elek­trotech­nik, bei dem deut­lich gemacht wurde, was man weiß und was nicht. Nichtwissen wurde gele­gentlich umgan­gen, und doch waren die Natur­wis­senschaften das Gesetz. Viel wurde berech­net, nur gele­gentlich auch inter­pretiert. Konzepte wie Prob­lem und Lösung wiesen den Weg in das Inge­nieurs­denken. Mein Weg führe mich in die the­o­retis­che Elek­trotech­nik, mit ihren Feldern und Wellen und aller­hand kom­plizierten Gle­ichun­gen.

Erste Erfahrun­gen in der Berufs- und pro­fes­sionellen Denkwelt machte ich im Bere­ich Soft­ware. Wis­sen war klar definiert: man musste Dinge wis­sen, die sich andere Leute aus­gedacht hat­ten. Schnittstellen, Pro­gram­mier­sprachen, Architek­tur­mod­elle, all das überdeck­te die Frage nach dem Mech­a­nis­mus der Welt. Denn die Welt war der Chip, und alles war ein Mod­ell, sei es in UML oder SysML.

Let­ztlich kam ich in Kon­takt zur funk­tionalen Sicher­heit, später Pro­duk­t­sicher­heit. Wis­sen über die Welt, aber mehr noch Ein­schätzun­gen und Abschätzun­gen bes­timmten nun Han­deln und Denken. Wann ist “Gut” gut genug? Ist das Risiko akzept­abel oder nicht? Aspek­te der Lebenswelt des Men­schen, die Welt an sich, aber auch Nor­men und Recht­snor­men wollen und sollen beachtet und bew­ertet wer­den. Die Argu­men­ta­tion dessen, was das Risiko min­dern soll schlägt den Bogen zurück zur Philoso­phie und deren Forderung nach klaren Begriffs­bildern. Ich diesem Zusam­men­hang ste­he ich noch heute.

Elemente meines Interesses

Gewinnung von Wissen

Für die tech­nis­che Welt spielt die Gewin­nung von Wis­sen eine grosse Rolle. Meth­o­d­en des Inge­nieur­swe­sens sind darauf aus­gerichtet, Unbekan­ntes zu Bekan­ntem zu machen. Philoso­phie hil­ft mir sehr, die richti­gen Fra­gen zu stellen, gle­ich­sam das Prob­lem erst ein­mal zu ver­ste­hen. Denn nur auf ein ver­standenes Prob­lem kann eine ver­standene und effiziente Lösung fol­gen. Hier ste­ht auch die Suche nach der Inten­tion. Was macht das Prob­lem zum Prob­lem, was will ich über­haupt?

Erfahren von Wissen

Wis­sen an sich ist gar kein triv­iales Konzept. In der Päd­a­gogik spricht man auch von Fähigkeit­en und Fer­tigkeit­en. So intu­itiv diese Begriffe erscheinen, so sind sie alles andere als ein­deutig. Darum suche ich die Verknüp­fung mit Erfahrung in der Lebenswelt. Spiele, kleine Sim­u­la­tio­nen oder kon­struk­tive Schau sind aus­sicht­sre­iche Helfer, um per­sön­liche Ein­sicht und Erfahrung, in die Wis­sen einge­bet­tet ist, zu gewin­nen.

Nicht zulet­zt erfordern Bew­er­tun­gen und Risikoab­schätzung eine Verbindung von vie­len unter­schiedlichen Din­gen und einen bewussten Umgang der vie­len Inten­tio­nen.

Regeln vs. Gesetze

Die dynamis­che Entwick­lung der Welt ist für mich ein Kern des Erlebens und Fra­gens. Wie wächst ein Lebe­we­sen, was ist die Bedeu­tung der Quan­ten­physik? Naturge­set­ze, gegossen in Formeln, sind heute im Fokus. Mein Inter­esse liegt bei Regeln und Din­gen, die einem Zel­lulären Auto­mat­en gle­ich kom­men. Entsprechend arbeite ich an Regel-Fak­ten Sys­te­men für Autonomes Fahren und darüber hin­aus.

Mein beruflicher Erfahrungsweg

Studi­um des Lehramts für Realschulen in Freiburg, dann Studi­um der Elek­trotech­nik in Karl­sruhe. Par­al­lel durfte ich eine Fam­i­lie grün­den, aus der 3 wun­der­volle Kinder und inzwis­chen ein Enkel her­vorgin­gen.

Viele Jahre arbeit­ete ich in der Soft­wa­reen­twick­lung. Dabei hat­te ich mit Embed­ded Sys­tems eben­so zu tun wie mit ein­er hohen Ebene der Abstrak­tion: Soft­ware für Web und App­lika­tio­nen. Branchen waren optis­che Messtech­nik, Design of Exper­i­ments, Web­shops und v.a.m.

Später führte mich mein Weg in die Welt der Pro­duk­t­sicher­heit und funk­tionalen Sicher­heit. In Branchen wie Schienen­verkehr (Rolling Stock), Auto­mo­tive, Flugsicherung und Wel­traum erfuhr ich die unter­schiedlichen Aus­drucks­for­men dessen, was Unsicher­heit­en sind, und nach welchen Sicher­heit­en man sucht.